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Umwelt & Klima · Ökologisch

Gießnetzwerk für Stadtbäume

Junge Straßenbäume brauchen in den ersten Jahren Wasser. Der Bauhof schafft die Runden im Dürresommer nicht.

Das Problem

Ein neu gepflanzter Straßenbaum braucht in den ersten Standjahren regelmäßig große Wassermengen, bis er selbst an das Grundwasser kommt. In trockenen Sommern schaffen die Bauhöfe die Gießrunden nicht — zu wenig Personal, zu viele Bäume, zu weite Wege. Also sterben Bäume, die gerade erst gepflanzt wurden, und die Kommune zahlt für Rodung und Nachpflanzung ein Vielfaches dessen, was eine Gießkanne gekostet hätte. Genau in den Straßen, die im Sommer am heißesten sind.

Was man aufbaut

Ein Netzwerk mit Baumpatenschaften: Die Stadt gibt die Standorte der Jungbäume heraus (in vielen Kommunen liegt das Baumkataster als offene Daten vor), eine Karte zeigt, welcher Baum wann zuletzt gegossen wurde. Anwohner:innen übernehmen namentlich einzelne Bäume. Für die Karte muss man nichts programmieren: Die Berliner Anwendung Gieß den Kiez ist quelloffen und wird von anderen Städten nachgenutzt.

Wer etwas davon hat

Zuerst die Bäume und damit alle, die im Sommer in der Straße wohnen — beschattetes Pflaster ist im Hochsommer messbar kühler als besonntes. Für den Bauhof: Entlastung genau in den Wochen, in denen alles gleichzeitig brennt.

Dein erster Schritt — diese Woche

Frag beim Grünflächenamt nach dem Baumkataster und nach der Liste der Bäume, die in den letzten fünf Jahren gepflanzt wurden. Übernimm dann eine einzige Straße und gieße sie einen Sommer lang selbst. Danach weißt du, wie viele Kannen ein Baum wirklich braucht — und du hast das Gespräch mit der Verwaltung geführt, das alles andere entscheidet.

Woran es meistens scheitert

Der zweite Sommer. Im ersten sind alle begeistert, im zweiten ist der Baum noch nicht durch und die Begeisterung weg. Ohne feste Zuordnung pro Baum — mit Namen, Straße und einer Erinnerung im richtigen Moment — gießt im August niemand, und ausgerechnet der August entscheidet. Zweitens das Wasser: Hydranten einfach anzuzapfen ist nicht erlaubt, dafür braucht es eine Absprache mit dem Wasserversorger und meist einen Standrohrzähler. Klärt das vor dem ersten Aufruf, sonst steht ihr mit zweihundert Freiwilligen und ohne Wasser da.

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