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Instrumentenbibliothek: ausleihen statt kaufen

Musikunterricht scheitert selten am Willen und oft am Instrument, das nach drei Monaten trotzdem bezahlt ist.

Das Problem

Ein Schülercello, eine Querflöte, ein halbwegs brauchbares Klavier: Das sind mehrere hundert bis mehrere tausend Euro, und Mietinstrumente binden monatlich Geld über Jahre. In Familien, in denen jeder Euro verplant ist, wird deshalb gar nicht erst angefangen — nicht weil das Kind nicht will, sondern weil man nicht vierhundert Euro riskiert für etwas, das nach dem Sommer vielleicht vorbei ist. Gleichzeitig stehen in denselben Orten Instrumente in Schränken, auf denen seit zwanzig Jahren niemand gespielt hat.

Was man aufbaut

Ein Bestand gespendeter und aufgearbeiteter Instrumente, ausgeliehen wie ein Buch: sechs oder zwölf Monate, kostenlos oder gegen einen kleinen Beitrag, mit Wartung durch eine Werkstatt vor Ort. Träger ist ein Verein, angedockt an Stadtbücherei, Musikschule oder Mehrgenerationenhaus — Räume und Öffnungszeiten sind dort schon da.

Wer etwas davon hat

Kinder, die in der Musikschule auf der Warteliste stehen, weil sie kein Instrument mitbringen. Erwachsene, die spät anfangen wollen. Und Menschen, die ein Instrument im Keller haben und es nicht wegwerfen wollen — für die ist die Abgabe oft der eigentliche Anlass.

Dein erster Schritt — diese Woche

Frag in zwei Musikschulen, wie viele Anmeldungen im letzten Jahr am fehlenden Instrument gescheitert sind. Häng danach in drei Häusern — Bücherei, Kirche, Supermarkt — einen Aufruf aus: 'Steht bei Ihnen ein Instrument im Schrank?' Du wirst mehr bekommen, als du unterbringen kannst; deshalb steht diese Frage vor dem Regal.

Woran es meistens scheitert

Die Wartung, nicht die Beschaffung. Instrumente kommen reichlich, aber jedes zweite gespendete braucht Saiten, neues Bogenhaar, eine Politur oder eine Reparatur, die den Wert übersteigt. Wer keinen Geigenbauer oder Klavierstimmer im Boot hat, der zum Selbstkostenpreis arbeitet, verleiht bald unspielbare Instrumente — und ein Kind, das ein Jahr auf einer Geige übt, die nicht stimmt, hört auf und glaubt, es liege an ihm. Das ist das Gegenteil dessen, was ihr wolltet. Lieber zwanzig gute Instrumente als achtzig im Regal.

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