Das Problem
Wer anerkannt ist, darf ausziehen, und das Jobcenter übernimmt die Miete im Rahmen der Angemessenheitsgrenzen. Trotzdem bleiben Menschen jahrelang in Gemeinschaftsunterkünften — nicht an der Finanzierung, sondern an der Wohnungsbesichtigung scheitert es: fremder Name, kein unbefristeter Arbeitsvertrag, dreißig Mitbewerber pro Wohnung. Das ist teuer für die Kommune, die einen Unterbringungsplatz pro Person und Monat bezahlt, und es blockiert die Plätze für die, die neu ankommen.
Was man aufbaut
Eine gezielte Wohnraumakquise: nicht Wohnungen suchen, sondern Vermietende gewinnen. Private Kleinvermieter (die Mehrheit der Wohnungen in vielen Städten) werden persönlich angesprochen, bekommen eine feste Ansprechperson, Hilfe bei Formalitäten und im besten Fall eine Absicherung für Mietausfall oder Schäden aus einem kommunalen Fonds. Nach dem Einzug bleibt jemand für beide Seiten erreichbar.
Wer etwas davon hat
Familien, die seit Jahren zu viert in einem Zimmer leben und deren Kinder keinen Ort haben, um Hausaufgaben zu machen. Kleinvermieter, die eine leerstehende Wohnung haben und Sorge vor dem Risiko. Und die Kommune, für die jeder Auszug bares Geld ist — das ist euer stärkstes Argument.
Dein erster Schritt — diese Woche
Bitte das Sozialamt oder den Sozialdezernenten um dreißig Minuten und frag zwei Dinge: Wie viele Personen leben aktuell in der Unterkunft, die ausziehen dürften? Und was kostet ein Unterbringungsplatz die Stadt im Monat? Mit diesen beiden Zahlen finanzierst du später dein Projekt — sie sind das Argument, nicht die Moral.
Woran es meistens scheitert
Die Nachbetreuung, nicht die Vermittlung. Vermietende bleiben nur dabei, wenn jemand ans Telefon geht, wenn der Müll falsch getrennt ist oder die Heizkostenabrechnung nicht verstanden wird. Wer nur vermittelt und dann zum nächsten Fall weiterzieht, verbrennt nach dem dritten Konflikt den Ruf im ganzen Ort — und Kleinvermieter reden miteinander, in kleineren Städten sogar im selben Verein. Rechnet mit einem Betreuungsaufwand von mindestens einem Jahr pro Vermittlung und plant lieber halb so viele Wohnungen mit doppelter Begleitung.