Das Problem
Wenn jemand stirbt oder wieder gesund wird, bleibt die Ausstattung übrig: Rollator, Duschhocker, Toilettensitzerhöhung, Gehbock, Rollstuhl. Kassenleihgeräte gehen zurück, alles Selbstgekaufte nicht — die Angehörigen wissen nicht wohin und stellen es an die Straße. Gleichzeitig warten Menschen ohne Kostenzusage, mit hoher Zuzahlung oder ohne Versicherung genau darauf, und in Landkreisen ohne Sanitätshaus vor Ort ist selbst die Ausleihe eine Tagesreise.
Was man aufbaut
Eine kleine Werkstatt mit vier Funktionen: Annahme, gründliche Reinigung und Desinfektion, einfache Reparatur, Ausgabe gegen Spende. Entscheidend sind die Zulieferer — ambulante Pflegedienste, Bestattungsunternehmen, Hausarztpraxen und der Wertstoffhof erfahren als Erste, wenn etwas frei wird. Wer dort einen Zettel mit einer Telefonnummer hinterlegt, bekommt genug Ware.
Wer etwas davon hat
Menschen mit kleiner Rente, für die eine Zuzahlung ein echter Betrag ist. Familien, die kurzfristig etwas brauchen, während der Antrag läuft — und der Antrag läuft immer. Angehörige, die etwas Gutes tun wollen mit dem, was übrig ist, statt es wegzuwerfen.
Dein erster Schritt — diese Woche
Frag am Wertstoffhof, was diese Woche an Gehhilfen, Rollatoren und Duschstühlen abgegeben wurde — dort sammelt sich das sichtbar. Ruf danach zwei ambulante Pflegedienste an und frag, ob sie dich anrufen würden, statt zu entsorgen. Beide Antworten bekommst du an einem Vormittag.
Woran es meistens scheitert
Medizinprodukterecht und Hygiene. Ein Pflegebett, ein Lifter oder ein Elektrorollstuhl ist ein Medizinprodukt; wer aufbereitet und weitergibt, übernimmt Pflichten, die nicht dadurch verschwinden, dass man es verschenkt. Ohne festgelegtes Aufbereitungsverfahren, Dokumentation und eine ehrliche Absage an alles, was ihr nicht prüfen könnt — Elektrobetten, Lifter, alles mit Motor und Akku —, baut ihr ein Haftungsrisiko auf, das euren Vorstand persönlich trifft. Der zweite Killer ist der Platz: Pflegebetten sind riesig, und ihr bekommt immer mehr herein, als ihr herausgebt. Legt eine Obergrenze fest und haltet sie ein, auch wenn es schwerfällt, jemanden abzuweisen, der gerade seine Mutter beerdigt hat.